Wie jedes Jahr wurde auch das heurige Schuljahr mit einer ausgedehnten Abschlussfahrt beendet.
Am Dienstag, 2.6. fuhr die Gruppe der Theaterfreunde schon um 9:30 bei herrlichstem Wetter in Gresten ab. Wir hatten viel vor: zuerst eine Führung bei der Imkerschule Wien im Donaupark und danach das Stück „Die Wiese“ im Renaissancetheater.
Beim Vortrag und der Führung durch den Leiter der Imkerschule, Herrn Trattner, erfuhren Kinder und Erwachsene viel Wissenswertes über die Bedeutung von Bienen und ihre Besonderheiten. Besonders Mutige durften sich auch, gewappnet mit einem Imkerhut, nah an die Bienenstöcke wagen. Die 1 ½ Stunden vergingen wie im Fluge und begeistert und mit einem kleinen Gläschen Honig beschenkt, traten die Theaterfreunde die Weiterfahrt zum Renaissancetheater an.
Das Stück „Die Wiese“ zeigt eindrücklich, wie wichtig Vielfalt ist. Auf einer Wiese leben viele verschiedene Tiere und Pflanzen zusammen. Jedes Lebewesen hat dort seine Aufgabe. Gibt es zuwenig Vielfalt, gerät das Ökosystem aus dem Gleichgewicht. Vielfalt ist also nicht nur schön, sondern auch lebensnotwendig.
In dem Stück kommt es auf der Wiese zum Zwist zwischen Alteingessesenen und „Zuwanderern“. Zunächst ist Toleranz auf der Wiese selbstverständlich. Unterschiedliche Insekten tummeln sich fröhlich. Doch dann kommt die Ameise Albert und stellt diese Vielfalt in Frage. Er will bestimmen, wer bleiben darf. Albert versucht, bestimmte Tiere als „fremd“ darzustellen. Um Macht über die Wiese zu erlangen, ist ihm jedes Mittel recht – er verbreitet Unwahrheiten, schürt Ängste und versucht andere zu beeinflussen.
Auch bei uns Menschen ist es ähnlich. Manche wollten Vielfalt nicht akzeptieren. Sie haben Angst vor dem Unbekannten oder denken schlecht über Menschen, die anders aussehen oder aus einem anderen Land kommen. Grundsätzlich ist es natürlich verständlich, wenn uns Unbekanntes erstmal verunsichert, weil wir es noch nicht einordnen können. Aber wenn Menschen versuchen, diese „Unbekannten“ auszugrenzen oder abzuwerten, wird es zu einem Problem. Das nennt man dann Fremdenfeindlichkeit oder Rassismus. So wie Albert seine Freunde beeinflusst, dass sie das tun, was er will, so wird auch bei uns Menschen manipuliert, d.h. nicht offen und ehrlich gesprochen. Leute werden verunsichert, unter Druck gesetzt oder mit schönen Worten in eine bestimmte Richtung gelenkt. Es ist ganz wichtig, dass wir solche Strategien durchschauen und immer nachdenken und Fragen stellen. Dann hat Manipulation bei uns keine Chance.

Text und Bild: Jutta Karner






